Das 56. Osterkonzert der Kolpingkapelle Kindsbach stand in diesem Jahr ganz im Zeichen des 100-jährigen Jubiläums und bot dem Publikum ein außergewöhnliches musikalisches Erlebnis. Am 5. April 2026 fand das traditionelle Konzert in der ausverkauften Mehrzweckhalle statt und bestätigte einmal mehr seinen festen Platz im Osterprogramm vieler Gäste.
Bereits beim Kauf der Eintrittskarten wurde deutlich, dass dieses Konzert besondere Wege gehen würde. Anstelle eines festen Programms enthielt die Karte eine Auswahl möglicher Stücke, aus denen die Musiker*innen im Vorfeld wählen konnten. Das Publikum wusste somit lediglich, welche Titel zur Auswahl standen, nicht jedoch, welche tatsächlich aufgeführt werden würden. Dieses Konzept verlieh dem Abend eine besondere Spannung.
Unterstützt wurde das innovative Format durch eine eindrucksvolle Präsentation, gestaltet von Tina Lüer und technisch präzise umgesetzt von Ida Niermann. Die Abstimmungsergebnisse wurden vor jedem Stück anschaulich dargestellt und sorgten für eine lebendige und interaktive Konzertgestaltung.
Zur Eröffnung präsentierten die rund 67 Musiker*innen das Stück „Kinzbacher Musikanten“. Begleitet wurde der Auftakt von historischen Gruppenbildern aus verschiedenen Jahrzehnten, die einen eindrucksvollen Einblick in die Entwicklung der Kapelle boten. Im Anschluss führte Knut Böhlke mit einer gelungenen Mischung aus Sachlichkeit und Humor durch das rund 70-minütige Programm.
In der Kategorie Originalkompositionen setzten sich die Werke „Magnetberg“, das eine Geschichte aus Tausendundeiner Nacht erzählt, sowie „Man in the Ice“ über die Eismumie Ötzi durch. Es folgte die Kategorie Musical und Film, in der die „Star Wars Saga“ mit bekannten Melodien wie dem „Imperial March“ und „Throne Room“ überzeugte. Nach diesen eindrucksvollen Klängen aus einer der erfolgreichsten Filmreihen aller Zeiten belohnte das Publikum die Musiker*innen mit tosendem Applaus und würdigte damit die intensive Probenarbeit sowie das große Engagement. Die begleitende Präsentation mit passenden Filmszenen erinnerte dabei stellenweise an ein „Star Wars in Concert“-Erlebnis.
Nach einer Pause, in der auf das bevorstehende Festwochenende der Kolpingkapelle vom 4. bis 7. Juni 2026 hingewiesen wurde, ging es mit dem Musical „Elisabeth“ weiter. Das Werk über das Leben der österreichischen Kaiserin Sissi wurde eindrucksvoll interpretiert.
Im weiteren Verlauf des Abends wurde ein neues Mitglied vorgestellt und langjährig Engagierte für ihre Treue geehrt. Besonders hervorgehoben wurde die Ernennung von Egbert Fuchs, Heinz Lesmeister, Werner Luba, Horst Müller und Rudolf Weber zu Ehrenmitgliedern als Anerkennung für ihr außergewöhnliches Engagement und ihre langjährige Mitgliedschaft.
Musikalisch ging es anschließend mit der „New York Overture“ weiter, die eine klangvolle Reise durch die Metropole bietet und sich knapp gegen die „Fields Ouverture“ durchsetzte. Der anhaltende Applaus bestätigte diese Wahl eindrucksvoll.
In der Kategorie Rock und Pop gewann „Bohemian Rhapsody“, dirigiert von Jens Wagner, der sonst das Jugendorchester leitet. Für ihn war es eine besondere Ehre, erstmals ein Stück beim Osterkonzert der Hauptkapelle zu dirigieren. Zugleich war dies auch für viele Mitwirkende eine Premiere, da erstmals eine andere musikalische Leitung als Bernd Jörg ein Werk beim Osterkonzert übernahm. Auch das Publikum zeigte sich begeistert von der Interpretation dieses Klassikers. Einen besonderen Akzent setzten dabei die prägnanten Saxophonsoli zu Beginn des Stücks, gespielt von Heidi Metzger am Tenorsaxophon, sowie das Altsaxophonsolo am Ende, vorgetragen von der jüngsten Musikerin des Orchesters, Millie Fitzpatrick.
Ein weiterer Höhepunkt war das Werk „Night Birds“, das mit eindrucksvollen Effekten die Geschichte von Grubenarbeitern musikalisch erzählte. Den Abschluss bildeten zwei Uraufführungen, die eigens zum Jubiläum komponiert wurden. Der „Marsch der Generationen“ stellte den Zusammenhalt über Altersgrenzen hinweg dar, während die Polka „Die Perle der Westpfalz“ mit zusätzlichem Gesang die Verbundenheit zur Heimat und die Schönheit Kindsbachs würdigte. Das Publikum zeigte sich davon besonders angetan und belohnte die Darbietung mit lang anhaltendem Applaus.
Mit einer verdienten Zugabe endete ein rundum gelungenes Konzert. Die Kolpingkapelle Kindsbach bewies eindrucksvoll ihr musikalisches Können. Das Jubiläumskonzert wird dem Publikum sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben und unterstreicht die besondere Bedeutung der Kapelle für das kulturelle Leben der Region.

